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Energie: Elektroautos - vor der Marktreife vom Aussterben bedroht?

Copyright by Michael Bockhorst Mittwoch, 14. September 2011
Derzeit sind Elektroautos wieder in aller Munde - die Internationale Automobilausstellung ist die Ursache. Warum gibt es Elektroautos seit über 100 Jahren und warum sind sie heute noch eine seltene Art?
Elektroautos sind ein Traum vieler, die billig mit dem Auto unterwegs sein wollen. Es gibt auch einige, die sich ein umweltfreundlicheres - oder richtiger ein weniger umweltschädliches - Auto wünschen.

Elektrofahrzeuge wären der perfekte Partner für den unsteten Strom aus Wind und Solar - ihre Speicherbatterien könnten den regenerativ erzeugten Strom speichern und für Mobilität verwenden. Oder, wenn man einen Schritt weiter denkt, auch als Stromlieferanten für das allgemeine Stromnetz dienen: Wenn dort mehr elektrische Energie benötigt wird, als die Kraftwerke - besonders Windkraftwerke und Solarzellen - liefern.

Der Konjunktiv: Elektrofahrzeuge wären der perfekte Partner, wenn da nicht das Problem mit den Akkus wäre. Lithium-Ionen-Akkus sind zwar schon heute praktikabel, aber vergleichsweise teuer. Ein Benzintank für 40 Liter Sprit kostet vielleicht 100 Euro, ein Lithium-Ionen-Akku, der die gleiche Energie auf die Straße bringt, kostet ca. 50 000 Euro. Und ist dabei um ein vielfaches größer.

Leider sind die angebotenen Elektrofahrzeuge nichts anderes als konventionelle schwere Karrossen, die mit teuren großen Akkus aufgrund ihrer hohen Masse auch nicht weit kommen. Damit der Akku-Preis das Auto nicht unnötig teuer macht und auch noch Kofferraum übrig bleibt, liegt die Reichweite meist bei 100 Kilometern. Reicht für das Pendeln, zwingt aber auch dazu, dass Auto häufig an die Ladestation zu hängen.

Einen Ausweg gibt es natürlich: Leichte windschnittige Autos, vielleicht in der Form eines zweisitzigen Kabinenrollers. Dann käme man mit kleineren Akkus weiter. Aber diese Entwicklung hätte einen entscheidenden Haken: Ein derart auf Effizienz optimiertes Fahrzeug käme wohl mit einem Liter Sprit 100 Kilometer weit. Macht etwa 33 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer - wäre da noch Bedarf für ein Elektromobile, dessen Betrieb ebenfalls nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt wäre? Wohl kaum.

Daher wird es weiterhin fette Elektrofahrzeuge geben, die so teuer sind, dass nur Wohlhabende sie sich kaufen können, die mit der mageren Reichweite von 100 Kilometern auskommen - weil sie vielleicht noch eine schöne Limousine mit 90-Liter-Tank besitzen, die mit einer Tankfüllung immerhin 600 Kilometer weit kommt! Aber Elektrofahrzeuge für alle? Das wird wohl noch Jahrzehnte ein Traum bleiben.

Wahrscheinlich wird sogar eine wirtschaftliche Produktion von Kraftstoffen aus Solar- und Windstrom schneller möglich sein als die Herstellung leistungsfähiger Akkus:Der Verbrennungsmotor ist tot - lang lebe der Verbrennungsmotor!
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