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Energie: Warum Kernenergie keine Brückentechnologie ist!

Copyright by Michael Bockhorst Donnerstag, 08. Oktober 2009
Immer wieder wird die Kernenergie - besonders von CDU und FDP - als Brückentechnologie bezeichnet. Das ist sie nicht im eigentlichen Sinne, aber sie kann immerhin eine Brücke zu den erneuerbaren schlagen.

Hybrid-Fahrzeuge als echte Brückentechnologie

Eine richtige Brückentechnologie verbindet zwei Formen der Technologie miteinander. Sie ist ein nahtloses Verbindungsstück. Ein gutes Beispiel sind Hybrid-Fahrzeuge. Sie verbinden die konventionelle Verbrennungsmotor-Technologie mit dem Elektroantrieb:

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Im Anfang war der direkte Antrieb mit Verbrennungsmotor.

Erste kommerziell verfügbare Hybridvariante kann über ein
Kupplungssystem zwischen Benzin- und Elektroantrieb
umschalten: Der TOYOTA Prius


Der nächste Schritt wird ein Elektrofahrzeug mit größerer
Batterie sein. Damit auch lange Strecken gefahren werden
können, wird während der Fahrt Strom mit einem Benzingetriebenen
Generator erzeugt.


Das vollelektrische Auto kann kommen. Alle elektrischen
Komponenten sind erprobt. Nur die Batterietechnik muss
noch revolutioniert werden. Und die Autos müssen deutlich
abgespeckt werden!

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Die verschiedenen Hybrid-Autos sind Vertreter von Brückentechnologien. Denn sie verbinden die rein kraftstoffbetriebenen Fahrzeuge mit den rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen der Zukunft.

Was Kernkraft noch leisten könnte ...

Nach Kernkraftwerken werden keine Kernkraftwerke kommen, die mit Sonnenenergie betrieben werden! Allerdings: Kernkraftwerke können als kohlendioxid-arme Stromerzeuger einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Kohlendioxid-Emissionen im Zaum zu halten. Mit den neu gebauten Braunkohlekraftwerken, betrachten wir dieses Thema einmal aus der nationalen Perspektive, werden wir kaum eine weniger klimaschädliche Energieversorgung aufbauen können! Die Kernenergie kann also eine Brücke schlagen zwischen vollkommen fossiler Energieversorgung und einer Energieversorgung, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien fußt.

Das heißt aber noch lange nicht, dass wir neue Kernkraftwerke des bisherigen Standards bauen, die alten Meiler beliebig lange laufen lassen oder wir gar auf Reaktoren der 4. Generation warten sollten. Das Zeitfenster für eine Renaissance der Kernenergie ist - zumindest in Deutschland - inzwischen wieder zu. Erneuerbare Energien werden in 30 oder 40 Jahren sowieso einen großen Anteil unseres Energiebedarfs decken. Wer würde dann einen effizienten und hochsicheren Hochtemperaturreaktor bauen wollen, der in 20 Jahren seinen Betrieb aufnimmt und sich nach weiteren 20 Jahren amortisiert hätte? Niemand. Jedenfalls nicht in Deutschland.

Der Vorschlag von CDU und FDP, die Gewinne aus einer verlängerten Laufzeit der sichersten deutschen Kernkraftwerke in Energieforschung zu stecken, ist also durchaus sinnvoll: Die Kernkraftwerke ersetzen sich sozusagen selbst durch ihre Gewinne. Aber so langfristig, dass die Unternehmen auch mitmachen. Bleibt zu hoffen, dass die Parteien das Geld in den wichtigsten Aspekt erneuerbarer Energien stecken: Die Suche nach kostengünstigen und zuverlässigen Stromspeichern für das Stromnetz und alle Formen der Mobilität!

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