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Politik & Soziales: Spritpreis: Rauf oder runter?

Copyright by Michael Bockhorst Samstag, 27. März 2010

Benzinpreis 1998: 1,90 DM pro Liter (ca. 95 Cent). Benzinpreis 2010: ca. 1,35 Euro mit "Ökosteuer" und höherem Mehrwertsteuersatz. Macht 0.5 Prozent jährliche Preissteigerung, wenn man einmal von den zusätzlichen Steuern absieht!

Der Benzinpreis hat sich kaum verändert

Benzin (und Diesel) kosten etwa so viel wie 1998, wenn man von erhöhten Steuersätzen absieht. Gestiegene Rohölpreise sind offensichtlich an anderer Stelle aufgefangen worden. Mit Ökosteuer und erhöhtem Mehrwertsteuersatz werden gerade einmal 3 Prozent jährliche Preissteigerung erreicht. Im Vergleich zu anderen Produkten des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Nahrungsmittel ist der Benzinpreis damit geradezu marginal gestiegen.

Köhler versus Ramsauer versus Trittin

Köhler hat einen sinnvollen Vorschlag gemacht: Benzin soll teurer werden, um damit die ökologischen Schäden zu verringern. Steuern zum Steuern: Das Bewegen des Autos braucht Sprit und kostet Geld. Ramsauer behauptet, die Ökosteuer hätte keine steuernde Wirkung gehabt. Mag sein, aber vielleicht ist die Steuer noch zu gering ausgefallen. Trittin will große Autos besteuern, den Spritpreis aber stabil halten. Ein großes Auto macht keine Emissionen ... wenn es nur herumsteht.

Eine unbequeme Wahrheit

Die Spritkosten machen nicht einmal ein Drittel der Kosten eines Autos aus, wenn man alle Kosten berücksichtigt. Im derzeitigen System werden sogar diejenigen, die viel fahren, begünstigt: Die Grundkosten wie Wertverlust, Kfz-Steuer, Versicherung, Vignette usw. werden einmal jährliche fällig. Das Auto ist sowieso da, die Grundkosten habe ich eh, dann brauche ich nur den Spritpreis zu berechnen. Daher sind - entgegen der Auffassung Ramsauers - die Spritkosten Hauptdiskussions-Punkt bei den Betriebskosten für Autos. Und sie haben eine Lenkungswirkung: Oberhalb 1,40 Euro pro Liter Benzin wird es ruhiger in den Städten und Pendler fahren nicht mehr jedes Wochenende heim.

Die unbequeme Wahrheit ist, dass jeder Kilometer das Auto ein Stück "aufbraucht". Ein Auto, welches 20 000 Euro kostet und 200 000 Kilometer bis zum Schrottplatz gefahren wird, kostet 10 Cent pro Kilometer! Dabei sind Reparaturen und Betriebshilfsmittel wie Reifen, Öl, Scheibenwischer, usw. noch gar nicht berüclsichtigt.

Ein Vorschlag zur Güte

  • Spritkosten rauf!
  • Kfz-Steuer weg!
  • Mautgebühr nach Fahrzeuggewicht für alle Straßen außerhalb der Ortschaften!
  • Versicherungsgebühr nach Fahrzeugtyp x Kilometer Fahrleistung!
  • Angepasste Sätze für Berufspendler nach Entfernung x Fahrt-Häufigkeit!
  • Neben dem Kilometerzähler ein Kostenzähler am Armaturenbrett!

Dann kostet die Fahrt "pro Kilometer". Ein Porsche Cayenne, der im Jahr nur 3000 Kilometer gefahren wird, belastet weniger als ein sparsamer Mittelklassewagen, der pro Jahr 20 000 Kilometer zurücklegt.

Das ist dann das Verursacherprinzip pur. Gepaart mit Kostentransparenz bei den Instandhaltungskosten für die Straßen, Verkehrsschilder und andere Elemente der Verkehrsinfrastruktur ist das Auto dann endlich vergleichbar: Mit Bahn oder Flugzeug, aber vor allem mit Fußweg und Radfahrt!

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