Energielexikon → European Pressurized Water Reactor
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European Pressurized Water Reactor

COPYRIGHT TEXT & BILDER: Michael Bockhorst

Der European Pressurized Water Reactor (EPR) ist ein Druckwasserreaktor, der durch evolutive Anpassungen bezüglich der Sicherheit gegen schwere Reaktorunfälle verbessert wurde.

Die Verbesserungen bestehen hauptsächlich in

  • einem verbesserten Fundament, welches die nach einer Reaktorkern-Schmelze entstehenden heißen Materialien aufhalten soll,
  • einem Becken, welches den Reaktorkern nach einer Schmelze zum einen kühlt, zum anderen durch Borsalze die Kettenreaktion sofort zum erliegen bringt,
  • einer verbesserten Auslegung der Sicherheitssysteme, besonders der Systeme zur Abfuhr der sogenannten Nachwärme.

Im Gegensatz zu revolutionären Reaktorkonzepten wie dem Hochtemperaturreaktor ist eine Kernschmelze bei dem EPR noch möglich, wenngleich die Wahrscheinlichkeit reduziert wurde sowie die Wahrscheinlichkeit der Freisetzung radioaktiver Spaltprodukte sogar drastisch verringert wurde.

Eine Weiterentwicklung der Hochtemperaturreaktoren wäre heute sehr hilfreich gewesen, weil sie einen inhärent sicheren Betrieb von Kernreaktoren erlaubt hätte, die dann im Betrieb der Kraft-Wärme-Kopplung auch Fernwärme zur Deckung des Raumwärmebedarfs (= Heizung und Warmwasser) bereitstellen hätten können -- Kernkraftwerke mit Hochtemperaturreaktor (HTR) hätten in der Nähe von Städten gebaut werden können und können mit Luft gekühlt werden (sie benötigen also keinen Fluß für die Versorgung mit Kühlwasser). Die Leistungseinheiten solcher HTRs hätte bei 100 MWelektrisch bzw. 250MWthermisch liegen können, während der EPR in Leistungseinheiten von 1600 MWelektrisch bzw. 5000 MWthermisch gebaut wird. Er eignet sich damit nicht für die Fernwärme-Gestehung, weil die gigantische Wärmemenge über zu lange Leitung verteilt werden müßte.

Allerdings ist die Entwicklung der HTR nur mit mäßiger Geschwindigkeit weitergetrieben worden und ein "Roll-Out" in großem Maßstab, welches die Kohlendioxid-Emissionen hätte vermindern können, frühestens in einigen Jahrzehnten möglich.


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