Energielexikon → Fukushima Daiichi - Reaktorunfall (Stand: 16.3.2011)
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Fukushima Daiichi - Reaktorunfall (Stand: 16.3.2011)

COPYRIGHT TEXT & BILDER: Michael Bockhorst

Im Kernkraftwerks-Komplex Fukushima Daiichi, bestehend aus sechs Reaktorblöcken, wurden alle Reaktoren am 11.03.2011 infolge eines schweren Erdbebens automatisch heruntergefahren.

Unfallhergang im Kraftwerks-Komplex Fukushima Daiichi

Durch das Erdbeben wurde zudem das Stromnetz zerstört, weshalb die Notstromversorgung der Reaktorblöcke die für die Abfuhr der Nachwärme notwendigen elektrischen Einrichtungen versorgen musste. Dieselgeneratoren fielen in mehreren Blöcken aus, eine batteriegestützte Stromversorgung konnte nur für einige Stunden aufrechterhalten werden.

Verschiedene Maßnahmen wurden getroffen, die Kernreaktoren ausreichend zu kühlen. Eine partielle (= teilweise) Kernschmelze fand in mehreren Kernreaktoren statt. Radioaktivität wurde freigesetzt.

Technische Beschreibung der betroffenen Kernreaktoren

Alle verwendeten Reaktoren sind nach dem Prinzip des Siedewasserreaktors gebaut. Dabei wird in einem druckfesten Kessel Wasser durch die Abwärme einer Kernspaltungs-Kettenreaktion erhitzt und verdampft. Der unter Duck stehende Wasserdampf wird ein einer Turbine entspannt und treibt mittels dieser Turbine einen Stromgenerator an.

Im Gegensatz zu modernen Druckwasserreaktoren bestehen bei den Siedewasserreaktoren in Fukushima Daiichi zwei Unterschiede:

  • Im Siedewasserreaktor wird Wasserdampf aus dem Reaktor in einer Turbine außerhalb des Reaktorgebäudes zum Antrieb der Stromgeneratoren verwendet. Moderne Druckwasserreaktoren besitzen zwei nacheinandergeschaltete Wasserkreisläufe. Wasser aus dem Reaktordruckgefäß wird nur innerhalb des Reaktorbereichs genutzt. Damit ist die Freisetzung von radioaktiven Stoffen deutlich unwahrscheinlicher als bei Siedewasserreaktoren - allerdings nicht ausgeschlossen.
  • Moderne (Druckwasser-)Reaktoren sind von einer zusätzlichen Hülle eingeschlossen, dem sogenannten Containment. Damit können auch unter extremen Bedingungen, etwa einer partiellen Kernschmelze die meisten radioaktiven Stoffe zurückgehalten werden. Ein solches Containment erhöht die Sicherheit moderner Reaktoren noch einmal deutlich. Es wird auch bei Kernkraftwerken mit einem Siedewasserreaktor eingesetzt, sofern sie neueren Datums sind oder/und in Ländern betrieben werden, die höhere Sicherheitsanforderungen voraussetzen.
  • In einem Containment, welches in großem Abstand um den eigentlichen Reaktor angeordnet ist, befindet sich bei modernen, gut abgesicherten auch das Abklingbecken, welches Brennelmente vor bzw. nach ihrem Einsatz aufnehmen und kühlen kann.

Blockstruktur des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi - Status der Kernreaktoren

Quellen:


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