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2004-01-10
ENERGIEPOLITIK

Export der stillgelegten Hanauer Brennelemente-Fabrik scheint bevorzustehen

Michael Bockhorst

Dem Export der Brennelemente von Hanau nach China scheint rechtlich nun nichts mehr im Wege zu stehen. Im Dezember letzten Jahres gab es eine erregte Diskussion um den von Bundeskanzler Schröder in Aussicht gestellten Export dieses Werkes.

Die Hanauer Brennelemente-Fabrik, oft auch als Plutoniumfabrik bezeichnet, diente zur Herstellung unter anderem der MOX-Brennelemente. MOX steht für Misch-Oxid: Solche Brennelemente enthalten neben Uranoxid auch Plutoniumoxid, welches aus dem Plutonium, was bei der Wiederaufarbeitung von Brennelementen anfällt, hergestellt wird.

Plutonium kann also mit dieser Fabrik nicht hergestellt, jedoch gehandhabt werden: Sie kann definitiv den Bau von Kernwaffen mit Plutonium unterstützen.

Plutonium (Artikel aus www.energieinfo.de)

Künstliches radioaktives Element, dessen Isotop Plutonium-239 in Kernreaktoren aus dem nicht spaltbaren Isotop Uran-238 erzeugt wird.

Plutonium-239 ist in metallischer Form relativ ungefährlich, weil die Alphastrahlung nur aus den oberflächlichen Kernen an die Umgebung abgegeben werden kann, es sich selbst gegen die Strahlung abschirmt.

Sehr gefährlich sind allerdings Plutoniumverbindungen oder Plutoniumstäube, weil sie - inkorporiert - zum einen als Gifte wirken können, zum anderen die Alphastrahlung direkt in das lebende Gewebe emittiert wird, sie dort ihre volle Wirkung ,,entfalten`` kann.