News/Artikel auf energieinfo.de
2004-01-16
KLIMA

Heiße Sommer in Zukunft häufiger?

Michael Bockhorst

Der Sommer des Jahres 2003 hat in Europa viele Hitzerekorde überboten und die Tieftstpegel vieler Flüsse unterschritten.

Nach Aussage von Christoph Schär (Schweizer Bundesinstitut für Technologie, Zürich) können bisherige Klimamodelle solche Extrem-Wetterereignisse nicht vorhersagen. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines solch extremen Sommers ist so gering, daß er nur einmal in 46000 Jahren auftreten dürfte. Erst die Erweiterung bisheriger Klimamodelle um eine mit der Treibhaugaskonzentration ansteigende Klimavariabilität kann solche Extremereignisse besser erklären.

Kommentar:
Obwohl in den letzten Jahren der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt zunehmend von Wissenschaftlern und auch Politikern als echtes Problem erkannt wird, scheint das tatsächliche Handeln noch auszustehen. Offensichtlich herrscht die Meinung vor, daß wir noch Zeit zu Handeln haben, weil wir ja 50 Jahre gebraucht haben, um die mittlere Temperatur in Bodennähe im weltweiten Schnitt um etwa 0.5-0.7 Grad Celsius anzuheben. Und die schlichte lineare oder leicht exponentielle Extrapolation, die 2.5-5.5 Grad Celsius Temperaturanstieg bis zum Jahre 2100 ergibt, läßt die meisten Entscheidungsträger offensichtlich kalt.

Jedoch bedeutet der moderate Anstieg der weltweiten mittleren Temperatur keineswegs, daß diese Temperaturerhöhung überall gleichermaßen stattfindet: Vielmehr steigen auch Temperaturunterschiede zwischen Regionen, was unter anderem in höheren Windgeschwindigkeiten, also schwereren Stürmen resultiert. Wie solche Änderungen sich auf das Klima auswirken, ist kaum abzusehen. Dieses einfache Argument stützt die Aussage des schweizer Klimaexperten: Wir müssen mit mehr Variabilität rechnen, auch mit zunehmenden bösen Überraschungen!

Quellen: Extreme heat on the rise/Climate model predicts more stifling summers, Michael Hopkin (www.nature.com)