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2005-11-27
ENERGIERESSOURCEN

Am Tropf der Energieversorgung ...

Michael Bockhorst

Der Wintereinbruch in Nordrheinwestfalen fuehrt eindrucksvoll vor Augen, wie abhaengig wir von der Verfuegbarkeit von Energie sind. Und wie verwundbar unsere "moderne" Energieversorgung durch Extremwetterlagen ist.

Dabei sind wir auf dem besten Wege, gerade mit unserer auf fossilen Energietraegern basierenden Energieversorgung genau diese verwundbaren Stellen zu treffen. Und dies findet nicht nur in fernen Laendern statt, sondern vor unserer Haustuer. Wenn manche sich wundern, dass die Amerikaner 2 oder 3 Tage brauchen, bis sie nach einem schweren Hurricane ihre Stromversorgung hinbekommen, so kann man sich anhand der deutschen Bilder umgeknickter Strommasten vorstellen, wie auch bei uns die Naturgewalten wirken.

Faellt der Strom aus, liegt auch jede "moderne" Heizung lahm ... schliesslich werden Steuerung, Brenner und Umwaelzpumpe nur mit Strom am Leben erhalten. Kamine und Kaminoefen, die mehr oder weniger ein Luxus sind, helfen hier, die nun schon 2 Tage waehrenden Stromausfaelle heizungstechnisch zu ueberbruecken.

Nicht angebracht ist der oft geaeusserte Missmut, warum es so lange dauert, bis Strom da ist oder warum es so lange dauert, bis man endlich per Bahn, Flugzeug oder Bus nach Hause kommt. In einem delikaten Energieversorgungs- und Transportsystem, in dem alles auf Effizienz und absolute Gewinnorientierung ausgerichtet ist, verwundert es nicht, dass es kaum Reservekapazitaeten an Maschinen und Menschen gibt. Und wer will es so? Alles eine Folge der Billig, Billig, Billig-Mentalitaet. Noch leben wir von der Substanz, aber in zehn oder zwanzig Jahren wird diese restlos aufgebraucht sein. Keine gute Aussichten!