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2005-12-28
ENERGIEPOLITIK

Energieunternehmen, Energiepreise und Privatisierung

Michael Bockhorst

Es ist fraglich, ob die Privatisierung immer zu guenstigeren Preisen fuehrt. Die Ausrichtung der Unternehmen auf das Erzielen finanziellen Gewinns fuehrt dazu, dass alle Register zur Gewinnmaximierung gezogen werden - was ja auch Ziel eines Wirtschaftsunternehmens ist. Dazu gehoert, dass Investitionen -- siehe die Sanierung der Strommasten aus Thoma-Stahl -- aufgeschoben oder ausgesetzt werden. Warum neue Kraftwerke bauen, wenn man den Strom -- billigen Atomstrom aus Frankreich oder der Ukraine -- kaufen kann, ohne das Risiko von Investitionen tragen zu muessen?!

Es gibt Aufgaben, besonders Versorgungsaufgaben, die besser in staatliche Unternehmen gehoeren, diese sind Energie, Wasser, Kommunikation, Verkehrswege und oeffentliche Verkehrsmittel, das Rueckgrat unserer hochindustrialisierten Gesellschaft und fuer das leben jeder einzelnen Person.

Die nunmehr hohe Abhaengigkeit von Unternehmen, die ihrerseits nicht fuer die Unabhaengigkeit der Versorgung von anderen Staaten einstehen -- siehe Russland-Pipeline -- fuehrt auch zu hoeheren Abhaengigkeiten von globalen Energiepreisen. Die wiederum richten sich auch nach dem, was preislich "drin" ist. Insofern wird sich die Preisspirale weiter nach oben drehen, und auch wenn die Gewinne der Unternehmen noch hoch sind, sie werden bald dahinschmelzen, wenn die Marktpreise fuer Oel, Gas und Strom weiter ansteigen!

Aber vielleicht sind die hohen Preise eine Chance, den eigenen Energieverbrauch zu reduzieren, etwa durch den Kauf energieeffizienter Autos, Haeuser, Geraete oder durch ein veraendertes Verhalten, naemlich den intelligenten sparsameren Einsatz von Energie, ohne an Lebensqualitaet zu verlieren.