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2006-11-04
KLIMA

Artikel: WMO-Report zu Treibhausgasen veroeffentlicht

Das "WMO Greenhouse Gas Bulletin 2006" der World Meteorological Organisation behandelt die aktuellen Treibhausgaskonzentrationen der drei vom Menschen verursachten und staerksten Beitraege zum Treibhauseffekt: Kohlendioxid, Methan und Lachgas (Distickstoffoxid).

Michael Bockhorst

Einzig bei dem Treibhausgas Methan sind die Emissionen stabilisiert worden, dies duerfte im wesentlichen auf eine Verbesserung der Dichtigkeit von Pipelines und Oelfoerderstellen sein. Dies ist auch ein wirtschaftlicher Faktor, weil Erdgas ein attraktiver und zunehmed teurerer Energietraeger ist.

Die atmosphaerischen Konzentrationen sind in ppm angegeben. ppm steht fuer Parts per Million: 1 ppm Konzentration eines Stoffes bedeutet, dass ein Millionstel dieses Stoffes in der Gesamtmenge vorhanden ist. Fuer die 3 wichtigsten Treibhausgase sei dies veranschaulicht: 1 Kubikmeter Luft enthaelt 380 Milliliter Kohlendioxid (1 grosses Trinkglas), knapp 2 Milliliter Methan (1 Fingerhut voll) und gut 0.3 Milliliter Lachgas (Volumen einer 20-Cent-Muenze).

Die Tabelle gibt die aktuellen Daten zusammengefasst wieder:

Treibhausgas relative Zunahme ca.1750->2005 atmos. Konzentration 2005 relative Zunahme 2004->2005 Beitraege zum Treibhauseffekt
Kohlendioxid CO2 45.4 % 379.1 ppm 0.53 % 62 %
Methan CH4 18.2 % 1.783 ppb 0 % 20 %
Lachgas N2O 154.7 % 0.319 ppm 0.19 % 6 %


Weitere durch menschliche Aktivitaeten emittierte Treibhausgase tragen zu etwa 12 Prozent zum Treibhauseffekt bei.

Auffallend ist, dass Lachgas trotz seiner um ueber einen Faktor 1000 geringeren Konzentration einen wesentlichen Einfluss auf die atmosphaerische Strahlungsbilanz nimmt. Dies liegt daran, dass es ein viel staerker wirksames Treibhausgas als Kohlendioxid ist. Pro Atom hat es die 200--250-fache Wirkung. Methan liegt mit einer 20--25-fachen Wirksamkeit dazwischen.

Trotz der geringen Konzentrationen der Treibhausgase und der nur maessigen Veraenderung ihrer Konzentration durch menschliche Aktivitaeten im System Erde sind sie von grosser Bedeutung fuer das "Funktionieren" verschiedenster Ablaeufe auf unserem Planeten. Der Strahlungshaushalt der Erde bestimmt wesentlich die Temperatur und Temperaturverteilung auf dem Planeten; diese wiederum bestimmen das Klima und zeichnen dadurch auch verantwortlich fuer das Wettergeschehen.

Aus heutiger Sicht haben sich die meisten Prognosen der Klimaaenderungen, die in den letzten ca. 30 Jahren getaetigt wurden, erfuellt. Derzeit scheint der Klimawandel sogar schneller von statten zu gehen, als es zunaechst erwartet wurde. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass viele Zusammenhaenge im System Erde nicht genau bekannt sind und wohl noch viel mehr Zusammenhaenge noch nicht einmal ueberhaupt gefunden wurden.

Quellen:
WMO Greenhouse Gas Bulletin 2006 (engl.)