News/Artikel auf energieinfo.de
2007-01-10
KLIMA

Kommentar: Wetter, Klima, Katastrophen -- dürfen wir noch zögern?

Michael Bockhorst

Zunächst die Definitionen:

  • Wetter: Das Wettergeschehen ist die kurzfristige Zusammensetzung von Umweltparametern wie Luftfeuchte, Lufttemperatur, Sonneneinstrahlung, Windgeschwindigkeit, etc.
  • Klima: Das Klima ist ein gemittelter Wert der Wetterdaten über einen entsprechenden Zeitraum
  • Katastrophe: Eine Katastrophe ist dadurch gekennzeichnet, daß eine Systemgröße langsam und stetig verändert wird. Im Fall des Klimawandels: Die Temperatur steigt langsam und stetig (z.B. linear), die Klimasysteme der Erde reagieren aber bei einem Schwellwert spontan und mit einem großen Ausschlag.

Was wir beobachten und direkt erfahren, ist das Wettergeschehen. Klima wird erst in der Erfahrung manifestiert. In einem Alter von 30 oder 50 Jahren hat man ein gutes Gefühl für die klimatischen Verhältnisse seines Umfeldes entwickelt. Klima ergibt sich also aus gesammelter Statistik. Bei Systemen mit großer Wärmeträgheit -- Ozeane und Kontinente sind Beispiele dafür -- muß man oft Jahrzehnte beobachten, um einen Wandel des Klimas sicher feststellen zu können.

Die aktuelle Diskussion über den vom Menschen verursachten -- anthropogenen -- Klimawandel ist von einer Einigkeit gekennzeichnet, die von neuer Qualität ist. Dies treibt aber auch Blüten: Jedes Wetterereignis führt zu einem Aufruhr in der Presse. Folge: Wir stumpfen zusehends ab. Jedes Wetterereignis wird auf die Folgen für Wirtschaft und Freizeit abgekopft: Die Klagen über einen skifreien Winter sind eine Farce.

Was bedeutet der Klimawandel für uns, was würde eine Klima-Katastrophe bedeuten? Klimawandel entzieht uns langsam aber sicher die überlebensnotwendigen Ressourcen. Eine Klima-Katastrophe könnte sie uns binnen eines Jahrzehnts nehmen.

Zwischen Hysterie über den Klimawandel und der Leugnung der Existenz des Klimawandels scheint die Stimmung hin und her zu schwingen. Dabei verlieren wir Zeit zwischen Dramatisierung und Bagatellisierung dieses Phänomens. Noch ist nichts sicher, vielleicht geht ja alles noch gut.

Aber können wir uns dieses Zögern wirklich leisten? Nein, denn das was wir heute spüren, sind die Einflüsse, die wir vor 20 oder 30 Jahren ausgeübt haben. Natürlich könnten wir noch Statistik sammeln. Aber wofür?

Der simpelste Ansatz ist eine Minimum Impact Strategie, eine Strategie minimalen Einflusses auf das System Erde: Energie ohne CO2, Energie ohne übertriebenen Flächenbedarf, Energie aus langfristig verfügbaren Quellen. Eine neue Energietechnik, ohne fossile Brennstoffe, ohne Kernenergie, mit erneuerbaren Energien, wie wir sie heute kennen. Und 70 Prozent Energie aus Quellen, die wir erst noch entdecken und erschließen müssen.

Handeln ist das Gebot der Stunde!