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2007-02-02
KLIMA

Artikel: Was bietet der IPCC-Report an wirklich Neuem zum Thema Klimawandel?

Wirklich neu sind nur weitere 5 Jahre Statistik. Aber warum schaut die Öffentlichkeit viel genauer auf den Report als noch vor 5 oder gar 10 Jahren?

Michael Bockhorst

Hinweis zum Themenspezial Klimawandel und Energie auf www.energieinfo.de - 8 Seiten kompakte Information.

Das globale Klimaexperiment, welches die Menschheit mit der zunehmenden Inanspruchnahme des Systems Erde angeleiert hat, hat neue Daten ergeben. Die Zeitreihe ist um einige Jahre erweitert worden. Was wie zusammenhängt, hat man in den Grundlagen schon vor 20 oder 30 Jahren gewußt. Aber offensichtlich mußten erst weitere Daten gemessen werden, um den Menschen diese Entwicklung vor Augen zu führen.

Ärgerlich ist, daß der Klimawandel immer noch viel zu stark aus dem Umfeld herausgelöst betrachtet wird. Der Klimawandel ist nicht das Hauptproblem, es ist vielmehr die Übernutzung der Regenerationsfähigkeit unseres Heimatplaneten:

  • Durch unseren gestiegenen Nahrungsbedarf und die damit verbundene Ausweitung der Nahrungspflanzen- und Tierproduktion. Düngung und Tiermägen tragen maßgeblich zu den vom Menschen verursachten Emissionen an Methan und Distickstoffoxid - Lachgas.
  • Allem voran führt unsere exzessive Nutzung fossiler Energieträger zu einer dramatischen Anreicherung des Klimagases Kohlendioxid von 280 ppm vor der Industrialisierung bis auf knapp 380 ppm im Jahr 2005. ppm steht für Parts per Million = 280 ppm sind 0.028 Prozent.
Wir brauchen keine 255 Millionen für Klimaforschung, die von der Bundesregierung als Reaktion auf den Report zur Verfügung gestellt werden, wir brauche 2000 Millionen für Energieforschung!

Was der Report wirklich neues bringt? Das sind die wesentlich verbesserten Klimadaten der letzten hunderttausenden Jahre, die zeigen, daß wirklich wir Menschen es sind, die unser System Erde maßgeblich verändern. Und die Prognosen des Klimas kommen alle zu dem gleichen Resultat: Wir werden am Ende des 21. Jahrhunderts die Erde dramatisch verändern. Wenn wir nicht sofort, richtig und weitgehend handeln.

Dies könnte und sollte Politikerinnen und Politiker das Blut in den Adern gefrieren lassen und zu konkreten Handlungen veranlassen. Aber auch uns Bürger, die wir mit unserem Geldbeutel quasi abstimmen, wieviel von welchen Waren in den großen Konzernen produziert wird.

Dieser Report wird daher, auch wenn er keine vollkommen neuartigen Erkenntnisse enthält, einen Wandel einläuten: Was wir seit Jahrzehnten wissen, wird immer stärker erhärtet und die letzten Zweifler zum Verstummen bringen. Wahrhaftig ein Meilenstein!

Weiterführende Infos:
IPCC, 4. Report, Zusammenfassung für Entscheider, Englisch, PDF, ca. 2 MByte
Deutsche Kurz-Fassung des Alfred-Wegener-Institutes